↓ Zum Inhalt springen

1. Augustrede Därstetten 2013

Liebe Därstettner

Es freut mich, zum 722. Geburtstag der Schweiz ein paar Worte an Euch richten zu dürfen.

Vor allem bin ich stolz, zu den Nachfahren der Herren Ritter zu Weissenburg, den mächtigsten Herrschern im Simmental eingeladen zu sein.

Früher Ritter, heute Bauernfamilien, Arbeiterin und Arbeiter oder Unternehmerin und Unternehmer:

Ihr und Eure Vorfahren haben alle dazu beigetragen, dass das Simmental und besonders Därstetten mit seinen wunderschönen Bauernhäusern, bekanntlich ist das Knutti Haus eines der schönsten Bauernhäuser Europas, umgeben von saftigen Matten und tiefgrünen Wäldern mit stattlichen Landwirtschafts- und Gewerbebetrieben den heutigen Charme des Berner Oberlandes und den blühenden Tourismus ermöglichen.

Einer dieser unzählig schönen Flecken, die der Schweiz in der Vielfallt ihre Einheit verleihen.

Ich glaube, man ist sich im politischen Bern schon bewusst, dass der Erhalt dieser Landschaft und damit die Unterstützung der Berglandwirtschaft für das ganze Land wichtig sind. Dies zeigen einige Massnahmen, die in der vergangenen Agrardebatte zugunsten des Berggebiets verbessert wurden.

Ich mache aber keinen Hehl daraus, dass ich einer jener Parlamentarier war, der die neue Agrarpolitik abgelehnt hat, da sie sich weiter von der Produktion hin zu mehr Ökologie verschiebt. Die ständig steigenden Anforderungen hemmen letztlich die Landwirtschaft und die Regionen in Ihrem Unternehmertum.

Nun ich will Euer Sommerfest nicht mit einer politischen Moralpredigt trüben.

Wie am eigenen Geburtstag besinnt man sich doch an einem solch wunderschönen Tag lieber des Positiven und davon gibt es ganz vieles – und dies nicht nur in der Schweiz, sondern sogar weltweit.

So beschrieb die NZZ am Sonntag in der Ausgabe vom 30. Juni dieses Jahres unter dem Titel „So schön ist die Welt“ 10 Erfolgsmeldungen rund um den Globus.

Bemerkenswert ist gemäss diesem Artikel etwa,

Ich habe die Sachverhalte, die ich aus dem NZZ Artikel auszugsweise zitierte, nicht nachgeprüft. Auch auf die vollstände Widergabe habe ich bewusst verzichte. Da ich nicht ganz sicher bin, ob bei allen Erfolgsmeldungen wie z.B. „Nie war mehr Freiheit für die Liebe“ diese je nach Lebenssituation oder Religionszugehörigkeit auch als Erfolg verstanden würde.

Der Kern des Artikels, der einmal weltweit positive Entwicklungen hervorstreicht, hat mich aber berührt, ohne damit etwa die nach wie vor grossen schier unlösbaren Konflikte und das viele Elend auf der Welt ausblenden zu wollen.

Die Schweiz steht noch weit über diesen Entwicklungen.

So sind wir gemäss OECD seit vier Jahren das Land mit der höchsten Wettbewerbsfähigkeit. Gemessen am Wachstum, an der niedrigen Arbeitslosenzahl, an der Verschuldung, an der Wettbewerbsfähigkeit ist die Schweiz Spitze – auch aktuell! Während beispielsweise das BIP der EU im ersten Quartal erneut geschrumpft ist, weist das reale BIP der Schweiz ein Wachstum um 0.6% gegenüber dem Vorquartal auf. Und wenn der Blick am 26. Juli titelte Schweizer Firmen schwimmen im Geld, so mag das übertrieben sein. Es ist aber beruhigend zu wissen, dass unsere Grossfirmen wie Roch, CS, UBS, ABB oder Givaudan gut dastehen.

Ebenso bedeutend sind die unzähligen erfolgreichen KMU, die gerade im ländlichen Raum die Stabilität unserer Wirtschaftsstruktur ausmachen. So hat das Oberland traditionell immer eine noch tiefere Arbeitslosigkeit als der Kanton Bern, der bereits 1% unter dem schweizerischen Schnitt liegt. Darauf dürfen wir stolz sein. Danke für die Arbeit aller Gewerbetreibenden, Touristiker und Bauernfamilien

Und noch etwas Positives:

Es vergeht kaum eine Woche, in welcher nicht von steigenden Ungleichgewichten berichtet wird, nämlich dass die Schere zwischen Arm und Reich sich öffnet, und dass die Umverteilung des Reichtums unzureichend ist. Avenir Suisse hat kürzlich eine Studie publiziert, die eine gegenteilige Position vertritt und bestätigt, dass die Einkommen in der Schweiz nicht nur höher sind als anderswo, sondern auch besser verteilt sind und sich diese Entwicklung sogar noch verbessert hat.

Fazit. Alles ist gut, wir können zum Feuerwerk übergehen. Nein, es wäre nicht unsere Eigenart und würde auch die Verpflichtungen eines Politikers verletzten, wenn wir uns nicht fragen, welches sind denn die Erfolgsfaktoren der Schweiz und was ist zu tun, um diese zu bewahren.

Ich nenne ohne Anspruch auf Vollständigkeit vier zentrale Pfeiler für das Erfolgsmodell Schweiz

  1. Unabhängigkeit / direkte Demokratie
  2. Sicherheit / Stabilität
  3. tiefe Staatsausgaben, tiefe Steuern
  4. Freier Arbeitsmarkt

Interessant ist ein Vergleich dieser heutigen Erfolgspfeiler mit dem Bundesbrief von 1291:

Im Bundesbrief von 1291 wurde im Namen Gottes Amen folgendes geschworen:

  1. Zur Unabhängigkeit:
    „In Zukunft auf ewige Zeiten keine Fremdherrschaft. Keine fremden Richter. Hohe charakterliche Anforderungen an die Obrigkeit. Die Richter müssen unbestechlich sein und nur dem Wohl der Bürger dienen.“
  2. Zur Sicherheit und Stabilität:
    „Keiner soll gegen Ruhe und Ordnung vergehen.“
  3. Zu tiefe Staatsausgaben und tiefen Steuern:
    Gegen Steuervögte“
  4. Zum freien Arbeitsmarkt:
    „für Selbstbestimmung und Eigenverantwortung“

 

Die seit der Gründung der Eidgenossenschaft gelebten, gepflegten und entwickelten Werte der Schweiz sind nicht veraltet, sondern auch heute und in Zukunft für die Bewahrung des Wohlstands wichtig. Die aktuellsten politischen Diskussionen zeigen, dass die Auseinandersetzung mit diesen Werten nichts an Bedeutung verloren hat:

1. Zur Unabhängigkeit

Kurz vor den Sommerferien verkündete Bundesbern, man gedenke der EU, die den Wunsch nach institutionellen Anpassungen hegt, entgegenzukommen Man sei bereit, in Streitigkeiten den EU-Gerichtshof zu akzeptieren. Wird da nicht die Unabhängigkeit gefährdet?

2. Zur Sicherheit und Stabilität

Am 22. September stimmen wir über die Volksinitiative der Gruppe Schweiz ohne Armee ab, welche die Wehrdienstpflicht abschaffen will. Es ist wie der Name der Gruppe sagt, einfach ein Schritt zur Abschaffung der Armee. Bei den heutigen Perspektiven unserer Jugendlichen glaube ich nicht, dass sich genügend und vor allem qualifizierte Junge freiwillig für den Armeedienst melden würden. Für die Armee der Zukunft braucht es auch die besten jungen Leute. Geben sie dieser Initiative eine klare Abfuhr, im Interesse der Stabilität unseres Landes und unsers Wohlstands.

3. Zu tiefen Staatsausgaben und tiefen Steuern

Für viele Länder ist der Abstand zum Wohlstand der Schweiz gross. So stehen wir in einem veritablen Wirtschaftskrieg, da es in der reichen Schweiz einiges zu holen gibt: Amerika droht wichtige Schweizer Banken anzuklagen. Franzen wollen in der Schweiz Erbschaften hoch besteuern und die Deutschen begnügen sich nicht mit der vom Parlament verabschiedeten Abgeltungssteuer. Versuchen da nicht unsere Nachbarn unter dem Deckmantel der Steuergerechtigkeit unsere Vorteile tiefer Staatsausgaben und deshalb tiefen Steuern zu torpedieren?

4. Freier Arbeitsmarkt

Ein ganzer Strauss von Initiativen erfordert auch eine Diskussion über den freien Arbeitsmarkt, dem wir die tiefe Arbeitslosigkeit verdanken. Mit dem Projekt der 1:12 Initiative wollen die Initianten eine bessere Lohnverteilung. Stellt aber nicht gerade dies den freien Arbeitsmarkt in Frage, wenn künftig der Staat per Lohndiktat in die Unternehmen eingreift?

 

Liebe Anwesende

Ich habe versucht, passend zur heutigen Feier, positive Aspekte der Welt und vor allem der Schweiz hervor zu streichen. Diese basieren auf Werten, die auch immer wieder hinterfragt und diskutiert werden. Das schöne ist, unabhängig welcher Redner hier vorne ist, immer Sie, das Volk entscheiden. Ich hoffe, ich konnte aufzeigen, dass gerade in nächster Zeit zentrale Entscheidungen, die die Entwicklung unserer Werte beeinflussen, anstehen und mein Wunsch, entscheiden sie mit.

Ich glaube an den richtigen Spürsinn des Volkes, als Voraussetzung, dass dank ausreichend Wohlstand wir auch in Zukunft Musse und Zeit finden, unsere schöne Landschaft, ihr schmuckes Därstetten zu hegen und zu pflegen.

 

Ich danke Ihnen.

Kommentare

Bisher keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Albert Rösti auf Facebook

André Rösti Webdesign